Wer wir sind und was wir tun

Hallo zusammen

Wie die meisten von euch ja schon vernommen haben, habe ich die Organisation der Schweizer Spielgruppe von Kathrin uebernommen.

Fuer alle diejenigen, welche noch nie bei einem Treffen dabei waren, moechte ich hiermit einen Aufruf der Ermutigung rausschicken. Es waere schoen, wenn wir in Zukunft einige neue Gesichter begruessen koennten, nicht zuletzt, um nicht eines Tages einfach auszusterben, wenn alle unsere Kinder zur Schule gehen.

Im Moment treffen wir uns eher sporadisch da die Gruppe der regelmaessigen Teilnehmerinnen eher klein ist. Wir koennen die Treffen aber ohne Weiteres auch neuen Teilnehmerinnnen anpassen. Ich bin auch immer fuer Vorschlaege von neuen Spielplaetze oder anderen kinderfreundlichen Happenings offen.


Bis bald,
Sandra

Monday, October 24, 2011

Bettmuempfeli Geschichten

Auf dieser Bettmuempfeli site findet ihr viele kurze Geschichten. 

http://www.schweizerfamilie.ch/zu-hause/bettmuempfeli

Fliege Fredy baut Mist

Das aktuelle Bettmümpfeli über den ersten abenteuerlichen Schulweg von Fredy. Menschen und Spinnen haben es besonders auf ihn abgesehen.

Die Fliege Fredy unter seinesgleichen.
Fredy war aufgeregt. Er schlug mit seinen Flügeln so heftig, dass er unkontrolliert auf und ab schwirrte. Endlich durfte er in die Fliegenschule! Bisher flog er mit Mama bloss im Wohnzimmer der Meiers herum, wenn die Familie nicht zu Hause war. Sonst sass er mit seiner Mama mehr oder weniger den ganzen Tag am Verandafester und wartete auf Papa. Doch nun würde Fredy endlich zum grossen Misthaufen in der Mitte des Bauernhofs fliegen. Gemeinsam mit anderen Fliegenkindern sollte er lernen, wann die Zeit günstig ist, um in der Küche Sirup zu schlürfen oder im Garten nach Zuckerresten zu suchen. Toll! Fredy bekam den Schluckauf, so sehr freute er sich, und sein Rüssel hüpfte.

«Beruhige dich», summte Mama. Sie strich ihm die Flügel und Härchen glatt, putzt seinen Rüssel und gab ihm einen Schmatz. Dann streckt sie ihm einen kleinen Sack hin. Fredy schaute hinein: Zuckerkrümel und Kuhmist. Mmmh! «Danke, Mama!» Schon wollte er losfliegen, als ihn seine Mutter zurückhielt und sagte: «Vergiss nicht, was ich dir gesagt habe – halte dich fern von Menschen, schwirr ihnen nicht um den Kopf. Sonst holen sie die Klatsche. Und achte auf die Spinnennetze. Hast du dich dort einmal verfangen, kann dir niemand mehr helfen.» Fredy verdrehte die Augen. Das hatte er in den letzten Stunden an die hundert Mal gehört. «Ja, ja, Mama! Ich werde auf mich achtgeben.»

Fredy schwirrte ab. Kaum war er um die Ecke, schlug er Mamas Warnungen in den Wind. Fredy nahm die Abkürzung durchs Wohnzimmer. Warum soll ich ums Haus fliegen, wenn ich mittendurch viiiel schneller bin?, dachte er und schlüpfte durch den schmalen Spalt im Fenster. Die Luft war rein. Niemand von den Meiers war zu sehen. Der Vater war bestimmt seit dem frühen Morgen im Stall. Und die Kinder waren vielleicht bereits in der Schule, während die Mutter auf dem Markt das frische Gemüse verkaufte. Fredy sauste um die Ecke in den Flur und nahm eine scharfe Kurve nach links. Gleich würde er in der Küche angekommen sein, durch deren Fenster er zu entwischen hoffte. Dahinter lag der Hof mit dem dampfenden Misthaufen.

Plötzlich hörte Fredy Stimmen, Kinderlachen und klapperndes Geschirr. Hoppla, da hatte er sich offenbar verrechnet – die Mutter und die beiden Kinder waren noch beim Frühstück. Fredy flog vorsichtig in die Küche. Mmmh! Auf dem Tisch lagen dicke Brotscheiben, stand Erdbeermarmelade und klebten Sirupreste. Eine kleine Zwischenmahlzeit vor der Schule schadet nicht, sagte sich Fredy und schwirrte zum Tisch. Mit seinem Rüssel schlürfte er Sirup. Seine Flügel zitterten vor Genuss. Lecker! Er war dermassen mit sich und den Köstlichkeiten beschäftigt, dass ihm nicht auffiel, wie ruhig es in der Küche geworden war.

Mutter Meier hob ihren Zeigefinger an die Lippen und deutete den Kindern, sie sollten sich nicht bewegen. Sie hielten still und beobachteten Fredy, der über den Tisch krabbelte. Als er einen Moment den Blick nach oben richtete, sah er eine zusammengerollte Zeitung auf den Tisch sausen. In letzter Sekunde erhob er sich in die Luft und wirbelte durch die Küche. Peng! Die Mutter hatte die Zeitung auf den Tisch geknallt. Fredys Kopf brummte vor Schreck. Nichts wie los, ab durchs Fenster. Zum Glück stand es weit offen. Fredy holte Anlauf und schwirrte hindurch. Auf dem Fensterbrett setzte er sich, nur ganz kurz. Er liess den Blick herumschweifen, damit ihm diesmal keine Gefahr entginge. Da sah er in der rechten oberen Ecke etwas wundervoll schimmern. Das wollte sich Fredy aus der Nähe ansehen. Er surrte mit seinen Flügeln und blieb in der Luft dicht vor dem schönen Gebilde aus Fäden stehen. Er pustete einmal kräftig dagegen. Es bewegte sich leicht. Plötzlich zitterten die Fäden heftiger, und aus der oberen Ecke krabbelte eine dicke schwarze Spinne. Sie rieb sich ihre Beine. Endlich war auch ihr Frühstück da. Die Spinne sah Fredy in die Augen.

«Komm nur, Bürschchen. Bei mir ist es bequem», lockte sie. Auf einmal fiel Fredy wieder ein, was ihm seine Mutter vor wenigen Minuten gesagt hatte – halte dich von den Spinnennetzen fern. Und obwohl er noch nie einer Spinne begegnet war, wusste er, dass er jetzt schnell wegmusste. «Keine Zeit, die Schule wartet», summte Fredy und schwirrte so rasch ihn seine Flügel trugen Richtung Misthaufen. «Oje, oje, wenn Mama erfährt, dass ich ihr nicht gehorcht habe. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht verplappere.»

Fredy kam ganz zerzaust beim Misthaufen an. Die anderen Fliegenkinder sassen längst auf ihren Plätzen. Die Lehrerin Frau Summ blickte über die Ränder ihrer Brille. «Du kommst zu spät, mein Junge. Und das am ersten Schultag.» Fredy stammelte, er habe sich verirrt, den Weg fast nicht gefunden, und entschuldigte sich. Frau Summ machte noch immer kein freundliches Gesicht.

«Als Strafe schreibst du einen Aufsatz über deinen Schulweg und deine Erlebnisse, während die anderen einen Ausflug auf dem Hof machen», summte sie Fredy an. «Und den lässt du von deinen Eltern unterschreiben und bringst ihn morgen wieder mit.» Fredy seufzte. Das würde Ärger geben. Bestimmt packte ihm Mama keine Zuckerkrümel und keinen Kuhmist mehr ein. Und die Ausflüge ins Wohnzimmer würden für die nächsten Tage auch gestrichen sein. «So ein Mist!», schimpfte Fredy. Und versprach sich: Niiie wieder würde er eine Abkürzung schwirren.

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